| Auf dem Weg zur Friedensmacht? Stationen europäischer Außenpolitik in Bosnien-Herzegowina 1991-2003 von Oliver Schwarz |
| Universität: | Duisburg-Essen (Campus Duisburg) |
| Fakultät: | Gesellschaftswissenschaften |
| Institut: | Institut für Politikwissenschaft |
| Themensteller: | Prof. Dr. Heinz-Jürgen Axt |
| Zweitgutachter: | Prof. Dr. Peter Meyns |
| vorgelegt am: | 23. Oktober 2003 |
Inhalt: | Seit dem Auseinanderbrechen des jugoslawischen Vielvölkerstaates sieht sich die Europäische Union (EU) im gesamten Raum des westlichen Balkans vor große außenpolitische Herausforderungen gestellt. Herausforderungen, die nicht nur den Verlauf der 1990er Jahre geprägt haben, sondern auch noch die kommenden Jahre europäischer Außenpolitik maßgeblich bestimmen werden. Angesichts der stetig wachsenden Dynamik in diesem Politikfeld stellt sich die Frage, ob - und wenn, mit welchem theoretischen Modell - sich das außenpolitische Profil der EU charakterisieren lässt. Der wissenschaftliche Diskurs ist in dieser Frage bis heute gekennzeichnet durch eine Dichotomie zwischen zwei unterschiedlichen Theoriemodellen: dem der Zivil- und dem der Militärmacht. Diese paradigmatische Auseinandersetzung führte jedoch nur bedingt zu einem Zugewinn an konzeptioneller Schärfe. Um diesem Dilemma zu entgehen, wird für diese Arbeit das alternative Modell der Friedensmacht als heuristische Folie herangezogen, um die konkrete Außenpolitik der EU am Fall Bosnien-Herzegowina differenziert betrachten und bestimmen zu können. Der Zeitraum der Untersuchung erstreckt sich über das Jahr 1991 bis in das Jahr 2003 - eine Festlegung, welche mit der Unabhängigkeitserklärung Bosnien-Herzegowinas als einem klar definierbaren Ausgangspunkt und dem Beginn der Europäischen Polizeimission (EUPM) als vorläufigen Endpunkt einer Entwicklung inhaltlich schlüssig erscheint. Im Fokus der Betrachtung liegen dabei die sich abzeichnenden Entwicklungslinien und möglicherweise auftretenden Veränderungen a) der normativen Ausrichtung der EU, b) ihres konkreten Beitrags zur Konfliktprävention, c) ihrer dabei eingesetzten Instrumente und Institutionen, d) ihrer operationellen Kultur sowie e) ihre Kooperation mit den Vereinten Nationen und der OSZE. Zudem wird geprüft, welche Rückschlüsse - sowohl theoretischer Natur als auch in praktischer Hinsicht - sich aus der Untersuchung des gewählten Fallbeispiels für die europäische Außenpolitik allgemein ergeben. Im Lichte der empirischen Befunde zeichnet sich diesbezüglich
ab, dass erstens die EU sich zwischen 1991 und 2003 mit ihrer gegenüber
Bosnien-Herzegowina verfolgten Politik dem Modell der Friedensmacht angenähert
und zweitens dadurch ihre Außenpolitik an Effizienz zugenommen hat. |
| Seiten: | 119 |
| Gesamtnote: | sehr gut (1,4) |
| Download: | friedensmacht.pdf (1.17 MB) |