| Nationaler und persönlicher Hintergrund der Rede von Simon Wiegand |
| Joseph Martin Fischer wurde im April 1948 in Gerabronn (Baden-Württemberg) geboren. Er besucht das Gymnasium, das er im März 1965 kurz vor Abschluss der zehnten Klasse verlässt, um eine Lehre als Fotograf zu beginnen. Die Lehre bricht er ab und verlässt das Elternhaus, um Reisen nach England, Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland, Türkei und Kuwait zu unternehmen. 1967 heiratet Fischer zum ersten Mal und lebt mit seiner Ehefrau zunächst in Fellbach bei Stuttgart. Zusammen mit ihr wird er in der Studentenbewegung tätig. 1968 zieht er mit seiner Frau nach Frankfurt/Main und besucht dort u.a. Vorlesungen von Theodor W. Adorno und Jürgen Habermas. Er nimmt an Demonstration und Straßenschlachten teil. 1982 tritt er der Partei Die Grünen bei. Bei den Bundestagswahlen 1983 gelingt den Grünen erstmals der Einzug in den Bundestag. Fischer wird über den dritten Listenplatz seiner Partei Mitglied des Bundestages. Er wird Mitglied des Innenausschusses und Parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen-Fraktion im Bundestag und zählt zum realpolitischen Flügel der Partei. Aufgrund seines Auftretens im Bundestag kann er sich schnell bekannt machen. Ende des Jahres 1985 wird er Minister für Umwelt und Energie in Hessen. Wieder sorgt Fischer für Aufsehen, als er zu seiner Vereidigung mit Turnschuhen erscheint. Im Februar 1987 entlässt der hessische Ministerpräsident Fischer wegen Unstimmigkeiten aus seinem Amt. Im April wird er Fraktionschef der Grünen im hessischen Landtag. 1991 wird Fischer stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Umwelt, Energie und Bundesangelegenheiten. Im Oktober 1994 tritt er von seinem Amt als hessischer Umweltminister zurück. Er engagiert sich in der Bundespolitik und fordert das Ende der Atomenergiepolitik und warnt vor einer Militarisierung der Außenpolitik. Er wird gleichberechtigt mit Kerstin Müller Fraktionssprecher von Bündnis90/Die Grünen. Fischer forderte im November 1995 die Interventionspflicht der UNO bei Völkermord. Im Wahlkampf 1998 setzt er sich u.a. für die Osterweiterung der NATO ein. Im Oktober wird er Außenminister und Vize-Kanzler. Seinen ersten Antrittsbesuch erledigt er in Paris. Zu Beginn der deutschen EU-Ratspräsidentschaft 1999 erklärt Fischer u.a. die Verwirklichung der Finanz- und Agrarreform der EU zu einem vorrangigen Ziel. Am 12. Mai 2000 hält er eine Rede am 12. Mai 2000 vor Lehrenden und Studenten der Berliner Humboldt Universität und fordert eine europäische Föderation der Nationalstaaten.
© Simon Wiegand, letzte Überarbeitung: März 2002. Die Verwendung von Inhalten ist für Ausbildungszwecke und nicht-kommerzielle Zwecke gestattet, vorausgesetzt, die Quelle wird angegeben. |