| Analyse-Kriterien |
Textpassagen |
Leitgedanken
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[...] Zur weiteren
Integration und Europäisierung gibt es keine Alternative. [...]
[...] Heute sieht sich die SPD vor die Aufgabe gestellt, durch die
Aufnahme der mittel- und osteuropäischen Staaten in die Europäische
Union sein [Willy Brandt's] historisches Werk zu vollenden. [...]
[...]Die SPD will die Gesellschaft der europäischen Bürgerinnen
und Bürger. [...]
[...] Die europäische Antwort [auf die Globalisierung und den
Wandel von der Industrie- zur Wissensgesellschaft] ist ein umfassendes
Reformprogramm, mit dem sich Europa in den nächsten zehn Jahren
zum dynamischsten Wirtschaftsraum der Welt entwickeln will, zu einem
Wirtschaftsraum mit zukunftssicheren Arbeitsplätzen und sozialem
Zusammenhalt. [...] |
| Finalität des Integrationsprozesses |
[...] Wir werden in zehn Jahren in einem Europa
leben, dass grösser sein wird, als heute und dass enger verlocht
sein wird als heute. Wir werden in zehn Jahren in einem Europa mit
einer Verfassung leben. Wir werden in zehn Jahren in einem Europa
mit einer Währung leben. [...]
[...] Zur Lösung der entscheidenden Zukunftsfragen brauchen
wir Fortschritte beim Aufbau einer europäischen Öffentlichkeit.
[...]
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| Verfassung, Grundrechte |
[Die SPD tritt
dafür ein:] [...]dass die Ausarbeitung der Grundrechtecharta
der Beginn der Diskussion um eine europäische Verfassung ist.
Die Grundrechtecharta sollte dann an die Spitze der künftigen
Verfassung gestellt werden, damit der Wertebezug der Europäischen
Union deutlich wird[...]
[...]Wir treten für die Erarbeitung einer europäischen Verfassung
ein.[...]Deshalb unterstützt die SPD, dass zur Ausarbeitung der
Europäischen Verfassung ein Konvent eingesetzt wird, in dem vor
allem die Völker und Staaten Europas vertreten sind[...]
[...]dass die Grundrechtecharta in die Europäischen Verträge
aufgenommen und damit rechtsverbindlich wird. Bei der feierlichen
Proklamation darf es nicht bleiben[...] [...]nach Integration der
Charta in die Verträge den Bürgerinnen und Bürgern
in der EU die Möglichkeit einer Beschwerde oder einer Klage vor
dem Europäischen Gerichtshof zu eröffnen, wenn sie ihre
Rechte durch EU-Organe gefährdet sehen[...] |
| Integrationsmethode |
Dynamisches
Mehrebenensystem |
| EU-Organe allgemein |
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| Europäisches Parlament |
[Die SPD tritt
ein für:] [...]weitere Stärkung der Rechte des Europaparlaments
mittels Ausweitung der Mitentscheidung und volle Budgethoheit[...]
[...] Die Wahl des Präsidenten der EU-Kommission durch das von
den Bürgerinnen und Bürgern gewählte Europäische
Parlament[...] |
| Europäische Kommission |
[...] Ausbau
der Kommission zu einer starken europäischen Exekutive[...]
[...] Die Wahl des Präsidenten der EU-Kommission durch das von
den Bürgerinnen und Bürgern gewählte Europäische
Parlament[...] |
| Rat, Ministerrat |
[...]Ausbau
des Rates zu einer europäischen Staatenkammer[...]
[...]verstärkter Übergang zu Mehrheitsabstimmungen im Rat[...] |
| Europäischer Rat |
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| Ausschuß der Regionen |
[...]dass der
Ausschuss der Regionen als Vertreter der lokalen und regionalen Gebietskörperschaften
gestärkt wird[...] |
| Reform der Institutionen und
Entscheidungsprozesse (Post-Nizza-Prozeß) |
[...] (der
eine Verfassung ausarbeitende) Konvent muss auch Vorschläge zum
verstärkten Übergang zu Mehrheitsabstimmungen im Rat erarbeiten.
Dies kann die Handlungsfähigkeit einer erweiterten Union nachhaltig
verbessern. [...] |
| Flexibilisierung des Integrationsprozesses |
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| EU-Nationen-Regionen |
Die SPD fordert [...] die Aufrechterhaltung
des öffentlichen Bankensektors. Seine Leistungen in der Versorgung
der Breite der Bevölkerung sowie bei der Förderung von
kleinen und mittleren Unternehmen sind unverzichtbar. Soziale und
kulturelle Dienstleistungsangebote, die nicht auf Gewinnmaximierung
ausgerichtet sind, dürfen nicht Gegenstand der Wettbewerbsregulierung
werden. [...]
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| Subsidiarität |
[...]auf einer weiteren Reformkonferenz der
EU im Jahre 2004 eine genauere, dem Subsidiaritätsprinzip entsprechende
Abgrenzung der Zuständigkeiten zwischen der EU und den Mitgliedsstaaten
vorzunehmen [...]
[...]Die SPD fordert [...]Das Recht, der EU neue Kompetenzen zu
übertragen, muss bei den Mitgliedsstaaten verbleiben. Die Aufgabenverteilung
zwischen Bund, Ländern und Kommunen ist und bleibt eine Frage
der innerstaatlichen Politik [...].dass Vorkehrungen gegen einen
schleichenden Kompetenztransfer auf die europäische Ebene getroffen
werden. [...]dass Aufgaben, die durch die Mitgliedsstaaten entsprechend
des Subsidiaritätsprinzips sachgerechter wahrgenommen werden
können, auf die nationale Ebene zurückverlagert werden,
wenn dies den Binnenmarkt nicht gefährdet. Die gilt besonders
für die Kompetenzen der EU in den Bereichen Agrar- und Strukturpolitik,
um den Spielraum für eine eigenständige Regional- und
Strukturpolitik der Mitgliedsstaaten auszuweiten [...]
[...]die Aufgaben zwischen der Europäischen Union, den Mitgliedsstaaten,
den Ländern und Kommunen klarer verteilen [...]
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| EU-Erweiterung |
[...]Die
Konflikte und Kriege auf dem Balkan beweisen die fundamentale Bedeutung
des europäischen Integrationsprozesses für Frieden, Sicherheit
und Stabilität in ganz Europa. Auch für den Kampf gegen
international organisierte Kriminalität und den Schutz vor illegaler
Zuwanderung wird die EU-Erweiterung deutliche Vorteile bringen [...]
[...]Mit der Erweiterung wird die EU zum weltweit grössten Binnenmarkt.
Ihre globale Wettbewerbsfähigkeit wird weiter gestärkt [...]
Die SPD tritt daher insbesondere dafür ein:
[...]die Erweiterungsverhandlungen zügig und sorgfältig
voranzutreiben, so dass die am weitesten fortgeschrittenen Länder
bereits an den nächsten Wahlen zum Europäischen Parlament
im Jahre 2004 teilnehmen können; 7-jährige Übergangsfristen
in den besonders sensiblen Bereichen wie der Arbeitnehmerfreizügigkeit
oder Dienstleistungsfreiheit zu vereinbaren; [...] ein Lohn- und Sozialdumping
zu verhindern [...] dass die EU auch weiterhin eine führende
Rolle bei der politischen und wirtschaftlichen Stabilisierung der
Staaten Südosteuropas übernimmt;[...]das Verhältnis
zu den anderen europäischen Ländern [...]auf partnerschaftlicher
Grundlage fortzuentwickeln [...]. Hierzu sind neue vertragliche Instrument
der partnerschaftlichen Zusammenarbeit zu schaffen, die nicht wie
die bisherigen zu Grunde legen, dass die Kooperation automatisch in
einer Beitrittsperspektive mündet [...] |
| EU-Agrarpolitik und Reform |
[...] Wir treten
für eine neue Agrarpolitik in der EU ein, die dem Verbraucherschutz
und der Qualität unserer Nahrungsmittel oberste Priorität
einräumt und sich am Leitbild der Nachhaltigkeit orientiert [...]
[...] Der ländliche Raum ist als Arbeits-, Lebens-, Freizeit-
und Erholungsstandort zu erhalten und auszubauen. Der Einsatz von
Steuermitteln für eine fehlgeleitete Agrarpolitik in der EU ist
zu beenden [...] Die Kofinanzierung sollte künftig Grundsatz
der GAP sein [...]
[...]dass Aufgaben, die durch die Mitgliedsstaaten entsprechend des
Subsidiaritätsprinzips sachgerechter wahrgenommen werden können,
auf die nationale Ebene zurückverlagert werden, wenn dies den
Binnenmarkt nicht gefährdet. Die gilt besonders für die
Kompetenzen der EU in den Bereichen Agrar- und Strukturpolitik, um
den Spielraum für eine eigenständige Regional- und Strukturpolitik
der Mitgliedsstaaten auszuweiten [...] |
| EU-Strukturpolitik und Reform |
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| Gemeinsame Außenpolitik
der EU |
[...]Ein Gemeinsame
Aussen- und Sicherheitspolitik der EU fördert die europäische
Integration und stärkt die Handlungsfähigkeit der EU [...]
Sie ist Voraussetzung für eine langfristig tragfähige und
gleichberechtigte transatlantische Partnerschaft, für eine engere
Zusammenarbeit Europas mit Russland und für ein abgestimmteres
Auftreten der EU in internationalen Organisationen wie der OSZE und
den VN [...] Die Einbindung Russlands in die europäischen Sicherheitsstrukturen
ist Voraussetzung für Stabilität und Sicherheit im euro-atlantischen
Raum [...] Die Fortentwicklung der GASP im Sinne von mehr Vergemeinschaftung
muss Thema der nächsten Regierungskonferenz sein. [...]
[...] Wir setzen uns dafür ein, dass die Europäische Union
mit der GASP ein umfassendes Sicherheitskonzept entwickelt, das politische,
militärische, wirtschaftliche, soziale und ökologische Elemente
umfasst, die europäische Aussen-, Sicherheits- und Verteidigungs-
und Entwicklungspolitik verzahnt und die Fähigkeit zur Konfliktprävention
verstärkt [...]
[...] Künftig wird die EU auch militärisch selbständig
im Krisenmanagement handeln können, wenn sich die NATO als Ganzes
nicht engagiert.[...] |
| Sicherheits- und Verteidigungspolitik
der EU |
[...]Wir setzen
uns dafür ein, dass die Europäische Union mit der GASP ein
umfassendes Sicherheitskonzept entwickelt, das politische, militärische,
wirtschaftliche, soziale und ökologische Elemente umfasst, die
europäische Aussen-, Sicherheits- und Verteidigungs- und Entwicklungspolitik
verzahnt und die Fähigkeit zur Konfliktprävention verstärkt
[...]
[...] Künftig wird die EU auch militärisch selbständig
im Krisenmanagement handeln können, wenn sich die NATO als Ganzes
nicht engagiert.[...]
[...] Die Einbindung Russlands in die europäischen Sicherheitsstrukturen
ist Voraussetzung für Stabilität und Sicherheit im euro-atlantischen
Raum. [...] |
| Einwanderung,
Visa, Asyl, Flüchtlinge |
[...] dass zum schrittweisen Aufbau eines Raumes
der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts in Europa die Voraussetzungen
für die Gewährleistung des freien Personenverkehrs, für
eine gemeinsame Asyl- und Einwanderungspolitik sowie den Schutz
der Rechte von Drittstaatenangehörigen geschaffen werden müssen
[...]
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| Politikfelder allgemein und
sonstige EU-Politiken |
[Binnenmarkt- und Währungsunion]: [...]
verlangen auch eine stärkere Harmonisierung in der Steuerpolitik,
insbesondere bei den Unternehmenssteuern, der Besteuerung von Kapitalerträgen,
der Besteuerung des Energieeinsatzes und der Ausgestaltung der Mehrwert-
und Umsatzsteuer sowie einen einheitlichen Kapitalmarkt [...]Das
schliesst auch die Lohnpolitik ein, die im Binnenmarkt und im gemeinsamen
Währungsraum nicht mehr nur an nationalen wirtschaftlichen
Grössen orientiert werden kann. Deshalb müssen die Tarifvertragsparteien
im Euroraum ihren lohnpolitischen Dialog verstärken. [...]noch
engere Zusammenarbeit mit unseren Partnern in allen wirtschaftlich
relevanten Bereichen weiterentwickeln, Dies gilt von der Forschungs-
und Technologiepolitik bis hin zur Bildungs- und Sozialpolitik [...]
[Umweltpolitik]: [...]Umwelt- und Klimaschutz sind zentrale Zukunftsaufgaben,
die wir nur noch in enger Zusammenarbeit mit unseren Partnern in
der EU und der Welt bewältigen können [...] Eine konsequente
europäische Umweltpolitik stärkt die weltweite Wettbewerbsfähigkeit
der europäischen Unternehmen und wird so zu einem noch wichtigeren
Beschäftigungsfaktor [...] Dazu gehört insbesondere auch
eine Harmonisierung der Energiebesteuerung [...]
[Innere Sicherheit]: [...] Eine besondere Herausforderung des europäischen
Einigungsprozesses ist für die SPD die Gewährleistung
der Inneren Sicherheit. Für uns gilt, dass Sicherheit besser
gemeinsam in der erweiterten Union gewährleistet werden kann
als im Alleingang. Ziel sozialdemokratischer Europapolitik ist die
Erhaltung und Weiterentwicklung der EU als Raum der Freiheit, der
Sicherheit und des Rechts. [...] So ist z.B. die Einführung
eines europäischen Haftbefehls ein notwendiges Instrument [...]
Die polizeiliche Zusammenarbeit wird mehr Rechtssicherheit ermöglichen
[...]
Die SPD setzt sich daher dafür ein, [...] EUROPOL im Sinne
einer operativen europäischen Polizei, ausgestattet mit exekutiven
Befugnissen nach dem Vorbild des Bundeskriminalamts auszubauen;
eine europäische Staatsanwaltschaft einzurichten [...], eine
gemeinsame europäische Grenzpolizei zu schaffen [...] justizielle
Zusammenarbeit im Strafrechtsbereich auszubauen, [...]für diesen
grundrechtsrelevanten Bereich eine umfangreiche parlamentarische
Kontrolle durch das Europäische Parlament sicherzustellen [...]
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| Globalisierung, weltweite
Herausforderungen |
[...] Durch die beschleunigte Globalisierung
der Weltwirtschaft können viele Problemen nur noch gemeinsam
international gelöst werden. [...]eine weltweite Stärkung
demokratischer Strukturen. Nur so können Krieg, Armutswanderungen
und internationaler Terrorismus langfristig und effektiv bekämpft
werden. [...] Schon heute stammen über 55% der weltweit bereitgestellten
Mittel für die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit
aus der EU und ihren Mitgliedsstaaten [...]
[...] Die von der EU beschlossene Marktöffnung für die
48 ärmsten Entwicklungsländer ist ein erster Schritt [...]
aber noch viel zu lange Übergangsfristen bis zur vollständigen
Marktöffnung [...] Im Rahmen der WTO müssen Zölle
und Handelsbarrieren für weiterverarbeitende Produkte zurückgeführt
und gleichzeitig soziale und ökologische Mindeststandards im
Welthandel stärker verankert werden. [...]
[...] Entwicklungspolitik ist vorsorgende Friedenspolitik. [...]
[...] Bei der Gestaltung der Globalisierung braucht Europa viele
Partner - Regierungen wie zivilgesellschaftliche Akteure -, denn
die internationalen Herausforderungen können nur gemeinsam
gelöst werden. Die Nichtregierungsorganisationen leisten eine
wichtige Arbeit. Ihre Fähigkeiten und Kenntnisse müssen
genauso intensiv einbezogen werden, wie das wirtschaftliche und
technisch-organisatorische Potential von Unternehmen [...]
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